Fotoreise Wales 2019


Blaue Stunde am Nash Point
Blaue Stunde am Nash Point

Am 28. April diesen Jahres bin ich zu meiner diesjährigen Fotoreise nach Südwales aufgebrochen. Mit dabei waren sechs Teilnehmer, die sich vorgenommen hatten, mit mir gemeinsam die wunderschöne walisische Landschaft mit der Kamera zu erkunden. Gleich zu Beginn muss ich hier Kristina lobend erwähnen, die trotz des Linksverkehrs in Großbritannien mit ihrem Auto fahren wollte. Dadurch hatten wir mehr Platz für uns und unser Gepäck. Und alle Achtung... ich kenne mehrere Leute, die sich das nicht getraut hätten. Gleich vorweg - alles ist selbstverständlich gut gegangen. Mit unseren zwei Bussen begannen Kristina und ich unsere Tour und holten hier in der Nähe zunächst Norbert ab. Dann ging es über Hannover (dort kamen Almut und Angelika dazu...). nach Düsseldorf (Franz und Otmar stiegen zu...). Nach etwa fünf Stunden Fahrt erreichten wir Calais, wo wir am Terminal des Eurotunnels noch etwas auf unsere Weiterfahrt unter dem Ärmelkanal hindurch warten mussten. Nach der etwa dreißigminütigen Reise mit dem Autozug durch den Tunnel wird man gleich auf die richtige Autobahn geleitet. Insofern ist alles erst mal kein Problem. Etwas mehr Gelassenheit braucht man, wenn die Fahrt dann durch einen zweispurigen Kreisverkehr mit 5 oder mehr Ausfahrten geht. Abgesehen davon, dass ich gelegentlich aus der falschen Ausfahrt gefahren bin, ist nichts passiert.

Am Eurotunnel geht's mit den Autos in den Zug
Am Eurotunnel geht's mit den Autos in den Zug

Nach meinen zahlreichen Aufenthalten in Großbritannien habe ich eigentlich immer erst Schwierigkeiten, wenn ich zurück nach Deutschland komme. Ein paar Tage lang muss ich mich dann sehr konzentrieren, dass ich beim Abbiegen nicht auf die linke Seite rüber fahre.
Das Wetter während der Hinfahrt war mittelmäßig durchwachsen. Sonnenschein wechselte sich mit gelegentlichen Regenschauern ab. Nach etwa 16 Stunden Autofahrt inklusive Pausen kamen wir an unserem Zielort Bridgend in Südwales an. Müde von der Fahrt, fielen wir nach einem Bier im Hotel-Pub in unsere Betten.


Dunraven Bay, Southerndown
Dunraven Bay, Southerndown
Nash Point - High Lighthouse
Nash Point - High Lighthouse
Nash Point - Low Lighthouse
Nash Point - Low Lighthouse

Dunraven Bay
Dunraven Bay

Unser erster "Arbeitstag" war vom Wetter her zunächst ebenso durchwachsen wie der Anreisetag. Bestes britisches Wetter, um die erste Location in der Dunraven Bay zu besuchen. Trotz der trüben Stimmung am Himmel sehen die Fotos recht dramatisch aus - also genau das, was ich für die Teilnehmer der Fotoreise geplant hatte. Wir wollten ja nicht die Werbefotos für die neuste "Visit Wales-Broschüre" produzieren, sondern das echte Wetter zeigen. So sieht's aus...

Nash Point
Nash Point
Nash Point
Nash Point
Nash Point zur Blauen Stunde
Nash Point zur Blauen Stunde
"The Plough and Harrow" - Monknash
"The Plough and Harrow" - Monknash

Wie schnell sich an der Küste das Wetter ändern kann, erlebten wir dann im Anschluss. Zum Abend verzogen sich die Wolken und wir fuhren noch einmal zum Nash Point. Die untergehende Sonne belohnte uns mit einem magischen Abendlicht, welches sich bis in die Blaue Stunde hinein zog. Zur Belohnung gab's dann im Pub noch reichlich Essen und ein gutes, in der Region gebrautes Ale.

Manorbier Beach
Manorbier Beach

Am folgenden Tag besuchten wir wieder zwei verschiedene Buchten, einmal die Manorbier Beach und die sehr böse und gefährlich aussehende Bucht von Marloes Sands in Pembrokeshire. Dort wurden 2012 die Schluss-Szenen des Fantasy-Streifens "Snow White and the Huntsman" mit Charlize Theron, Kristen Stewart und Chris Hemsworth gedreht. Nur bei Ebbe zeigt sich die ganze Dimension dieses magischen Stücks Natur und so mussten wir immer den genauen Plan für die Gezeiten im Auge behalten, um genügend Zeit für unsere Aufnahmen zu haben. Der Wettergott spielte auch wieder mit und bescherte uns den gewünschten düsteren Himmel.


Marloes Sands - Pembrokeshire
Marloes Sands - Pembrokeshire

Marloes Sands
Marloes Sands

Wenn man einmal nach Großbritannien fährt, muss man unbedingt auch einen der wunderschönen Gärten besuchen. Wir waren in Dyffryn Gardens, ganz in der Nähe unseres Wohnortes Bridgend. Nach kurzer Fahrt erreichten wir die Anlage mit dem herrschaftlichen Schloss und dem malerischen, romantischen Garten, der in die Top 100 der Englischen Gärten gewählt wurde.

Dyffryn Gardens
Dyffryn Gardens

Dyffryn Gardens
Dyffryn Gardens
Dyffryn Gardens
Dyffryn Gardens

Da wir ja auf unserer Fotoreise die schönsten Buchten von Südwales fotografisch erkunden wollten, standen selbstverständlich Three Cliffs Bay mit den drei markanten Felsen und die kilometerlange Bucht von Rhossili inklusive Worms Head auf unserem Plan. Das gewohnt gute britische Wetter - also ein Sonne-Wolken-Mix - garantierte uns optimale Bedingungen für einige stimmungsvolle Landschaftsfotos. Und dass wir nach unseren täglichen Fototouren regelmäßig einen Pub in der Nähe besucht haben, soll hier nicht extra ausgeführt und bildlich dokumentiert werden...

Rhossili Bay -  eine der schönsten Buchten Großbritanniens, wenn nicht sogar der ganzen Welt
Rhossili Bay - eine der schönsten Buchten Großbritanniens, wenn nicht sogar der ganzen Welt
Der walisische Drachen schläft im Meer - Worms Head
Der walisische Drachen schläft im Meer - Worms Head
Three Cliffs Bay
Three Cliffs Bay

Neben meinem täglichen Bier zum Abend, bestand meine Malzeit u. a. aus einem vegetarischen Frühstück. Von den beiden Würstchen, die vermutlich aus Sägemehl und Polystyrol bestanden, habe ich eigentlich immer nur eins geschafft. Beeindruckend fand ich, dass die Briten sehr hundefreundlich sind. In fast jeden Pub darf man seinen Hund mit hinein nehmen. Auch allgemein sind die Briten freundlich und entspannt. An den Kassen der Supermärkte steht man gelassen in der Schlange, während die Kassiererin in aller Ruhe mit dem jeweiligen Kunden über das Wetter plaudert. Das kann dann schon mal dauern...

The Old Iron Bridge - Chepstow
The Old Iron Bridge - Chepstow
Chepstow Castle am Wye River, der Grenze zu England
Chepstow Castle am Wye River, der Grenze zu England
Die Ruinen von Tintern Abbey über dem Wye River
Die Ruinen von Tintern Abbey über dem Wye River

Neben einem Besuch der walisischen Hauptstadt Cardiff und dem Hafenstädtchen Tenby stand auch ein Abstecher nach Chepstow auf dem Plan. Das beschauliche Städtchen an der Grenze zu England liegt am River Wye, welcher mit seinem außergewöhlichen Tidenhub beeindruckt der zu den höchsten der Welt gehört. Bei maximaler Flut drückt das Wasser so stark in den Fluss, dass es zum Teil bis am unteren Rand der Brückenbogen steht.
Beeindruckend ist auch das Castle, welches zu den ältesten Bauten dieser Art in Großbritannien gehört. Ein paar Kilometer weiter besuchten wir zum Abschluss noch Tintern Abbey, welche sich majestätisch im Abendlicht über dem Wye River erhebt.

Dunraven Bay
Dunraven Bay

Aufgrund des ständig wechselnden Wetters sind wir am Abend des vierten Tages noch einmal nach Dunraven Bay in der Nähe unseres Hotels gefahren. Der Himmel versprach einen interessanten Sonnenuntergang und so stiegen vier Teilnehmer unserer Gruppe noch einmal ins Auto und fuhren ans Meer. Die anderen beiden hielten schon mal im Pub die Plätze frei...
Auch wenn der Wind uns ordentlich um die Ohren wehte, warteten wir eine knappe Stunde auf das richtige Licht. Dafür wurden wir mit einem beeindruckenden Sonnenuntergang zwischen düsteren Regenwolken entschädigt.

Dunraven Bay an einem stürmischen, kühlen Abend
Dunraven Bay an einem stürmischen, kühlen Abend
St. Govans Head
St. Govans Head
St. Govans Chapel
St. Govans Chapel

Am folgenden Tag fuhren wir gemeinsam wieder in Richtung Pembrokeshire und besuchten die Buchten von St. Govans Head und Skrinkle Haven.
Ineressant bei St. Govans Head war die in den Felsen gebaute Kapelle. Da das Wetter eigentlich fast zu schön war, machten wir ein paar Erinnerungsfotos und ließen die wunderschöne Felsenküste auf uns wirken.

Für den Zutritt von Skrinkle Haven hatten wir nur ein sehr kleines Zeitfenster. Nur bei Ebbe gelangt man in die Bucht und hat dann eigentlich nur zwei Stunden um zu fotografieren. Verpasst man die nahende Flut kommt man nicht mehr aus der Bucht und ist für immer verloren.... nein, aber man muss sich in den Klippen einen großen Stein suchen und ein paar Stunden warten.


Skrinkle Haven Beach
Skrinkle Haven Beach
Skrinkle Haven Beach - Church Doors Cove
Skrinkle Haven Beach - Church Doors Cove
Skrinkle Haven Beach
Skrinkle Haven Beach

Die Skrinkle Havens Bay mussten wir uns zunächst mit einer kleinen Kletterpartie über ein abschüssiges Geröllfeld erarbeiten. Das war nicht ganz leicht und so landete Otmar auch mit den Beinen im Wasser. Nass bis zu den Knien hielt er aber durch und auch wir anderen bestanden wohlbehalten diese sportliche Herausforderung. In der Bucht angekommen, bestaunten wir, was die Natur dort geschaffen hatte. Die eigentliche Attraktion, der Church Doors Cove,  lag leider nicht so ganz unseren Wünschen entsprechend im Licht, trotzdem fanden wir zahlreiche interessante Motive in diesem zerklüfteten Küstenabschnitt. Nach kurzer Zeit entschied die herannahende Flut aber, uns aus der Bucht zu vertreiben und so kletterten wir wieder ohne Schaden zu nehmen über den steinernen Hindernisparcours den Berg hinauf in die rettenden Rasenflächen der walisischen Küste.

Die letzten Meter des Weges in die Bucht von Skrinkle Haven
Die letzten Meter des Weges in die Bucht von Skrinkle Haven

Am letzten Tag vor unserer Heimreise war leider sonniges Wetter angesagt. Da unter Landschaftsfotgrafen blauer Himmel nicht wirklich beliebt ist, setzten wir einen Wandertag durch den Wald auf den Terminplan. Der Weg am River Hepste sollte uns an einigen Stromschnellen vorbei zu kleineren Wasserfällen führen. Hier wollten wir mit Graufiltern und Langzeitbelichtungen experimentieren um den Fluss des Wassers in verschiedenen Varianten darzustellen. Mir persönlich ist diese verschwommene Abbildung von fließendem Wasser mittlerweile etwas überstrapaziert worden. Es soll aber dem Geschmack jedes Fotografen überlassen sein, wie er die Bewegung von Wasser im Bild einfängt. Mir gefällt es jedenfalls auch, wenn es zur Abwechslung mal scharf ist.

River Neath - auf dem Weg zu den Wasserfällen
River Neath - auf dem Weg zu den Wasserfällen
Aussprechen kann man das nicht... Sgwd Gwladys
Aussprechen kann man das nicht... Sgwd Gwladys
River Neath
River Neath

Caerphilly Castle nördlich von Cardiff
Caerphilly Castle nördlich von Cardiff

Unser letzter gemeinsamer Nachmittag führte uns zu Caerphilly Castle, einer wunderschönen Anlage mit einem breiten Wassergraben und zahlreichen Enten und Gänsen rund herum. Um den Vordergrund etwas aufzulockern, suchte ich mir meine persönliche Gans und war ganz begeistert, als mir der freundliche Wasservogel durch die optische Achse watschelte.
Die Rückfahrt am nächsten Tag begann 05.00 Uhr früh und wir erreichten den Eurotunnel pünktlich zur Durchfahrt 09.00 Uhr. Hier entstand noch unser Gruppenfoto und dann ging es wieder mit dem Zug auf die andere Seite des Ärmelkanals.

Almut, Franz, Angelika, Norbert, Otmar und Kristina
Almut, Franz, Angelika, Norbert, Otmar und Kristina