Landschaftsfotografie lernen

7 Tipps für angehende Landschaftsfotografen


Tipp 1: Davon ausgehend, dass Du die Gebrauchsanweisung Deiner Kamera gelesen hast, stelle im Menü die Bildqualität auf RAW um. Fotografiere nicht in JPG-Qualität. Dieses ist ein komprimiertes Format. Der kleine Computer in Deiner Kamera hat hier schon im Vorfeld Dein Bild bearbeitet und entsprechend der Werkseinstellung entschieden, wie Dein Foto aussehen soll. Nur im RAW-Format kannst Du Deine Bilder im Anschluss noch selbst bearbeiten und entscheiden, wie Farben, Kontrast oder Tonwertreichtum wirken sollen


Tipp 2:  Stelle an Deiner Kamera die Spiegelvorauslösung ein. Bei längeren Belichtungszeiten vermeidest Du hier leichte Verwacklungen der Kamera.


Tipp 3: Vergiss nicht, den Stabilisator am Objektiv aus zu schalten, wenn Du mit einem Stativ arbeitest. Auch damit ersparst Du Dir mögliche Verwacklungen der Aufnahme. Der Stabilistor darf nur an sein, wenn Du aus der Hand fotografierst. Und das tust Du in der Landschaft eigentlich sehr selten.


Tipp 4: Der Zusammenhang zwischen Blende, Belichtungszeit und ISO-Zahl ist Dir hoffentlich bekannt. Wenn nicht...oh je.... Dann solltest Du ganz schnell darüber etwas lesen und es auch verstehen. Das Wissen über diesen Zusammenhang ist die Grundvoraussetzung für jedes gelungene Foto. Da man in der Landschaftsfotografie bei 99 % der Aufnahmen ein scharfes Foto haben möchte (Ausnahmen bestätigen die Regel), sollte die Blende des Objektivs relativ weit geschlossen sein, um eine möglichst große Tiefenschärfe zu erzielen. Merke Dir: Nie die kleinste Blende (größte Blendenzahl) verwenden! Beispiel: Die kleinste Blende an Deinem Objektiv ist 22 - dann nimmst Du höchstens Blende 16, besser nur Blende 11. Bei der kleinsten Blende können an den Lamellen des Blendenmechanismus nämlich Lichtbeugungseffekte auftreten, die Deine Bildqualität negativ beeinflussen.


Tipp 5: Fotografiere nicht in der Mitte des Tages! Nutze das Licht am Morgen oder in den späten Nachmittags- und Abendstunden. Sonne am MIttag, gerade im Sommer, ergibt ein sehr ungünstiges Licht (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel).  Probiere auch das Licht nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang. Du wirst überrascht sein, was für tolle Fotos Du zu dieser Zeit machen kannst.


Tipp 6: Überlege Dir, was Du fotografieren willst! Stelle Deine Kamera auf das Stativ und sieh Dir in Ruhe das Motiv an. Schau durch den Sucher und stelle Dir vor, dass Du dieses Bild im Anschluss zuhause über Dein Sofa hängen musst. Gefällt Dir dieser Gedanke eher nicht - mach das Foto nicht! Es gibt schon zu viel digitalen Abfall. Trage nicht dazu bei, dass es noch mehr wird. Frage Dich, warum Du dieses Foto machen möchtest. Lass Dir Zeit. Es gibt nichts Schöneres als die Landschaftsfotografie - genieße diese Momente in Ruhe.


Tipp 7: Bereite Dich auf Deine Fototour richtig vor. Nutze einen Vorhersagedienst wie z.B. www.wetter.com, um zu wissen was Dich vom Wetter her erwartet. Wenn Du ganz genaue Vorstellungen hast, was Du fotografieren möchtest, hilft Dir z.B. www.photoephemeris.com, um den Winkel des Sonnen- bzw. sogar des Mondlichtes vorher zu sagen. Du sparst Dir so unter Umständen lange Anfahrten zu bestimmten Locations, die Du dann im falschen Licht doch nicht fotografieren kannst. Ich nutze diese App regelmäßig, um Fototouren vorzubereiten. Natürlich ist man vor Überraschungen nie sicher und kann nicht alles voraus planen - aber bestimmte Enttäuschungen kann man schon vermeiden.

Fotoworkshops Landschaftsfotografie, Sebastian Kaps
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