Fotoreise Isle of Skye

Ein Reisebericht über unsere fototour nach schottland


Am 10. September diesen Jahres bin ich zusammen mit zunächst zwei weiteren Teilnehmern zu unserer gemeinsamen Fotoreise nach Schottland aufgebrochen. Als erste Teilnehmerin stieg in Roßlau Gabi mit in den Bus und anschließend luden wir Jens in Wanzleben samt Gepäck und Fotoausrüstung mit ins Auto. Nach einer Stunde Fahrt erreichten wir ohne Stau auf dem Berliner Ring den Flughafen in Tegel, wo wir auch Judith begrüßen konnten. Da bei den Sicherheitskontrollen weder Drogen, Waffen noch Sprengstoff gefunden wurden, konnten wir nach einem entspannten Flug von etwas über zwei Stunden in Edinburgh unser Flugzeug verlassen und uns auf die Suche nach dem Shuttle-Bus zu unserem Autovermieter begeben. Der Papierkram beim Vermieter gestaltete sich als etwas umständlich, aber nach knapp einer Stunde konnte ich dann den reservierten 9-Sitzer, einen Ford- Transit entgegennehmen.


Kurz darauf war auch Franz, der mich schon auf der Fotoreise nach Wales begleitet hat, am Flughafen Edinburgh angekommen. Zu fünft fuhren wir ins Stadtzentrum, um Günter vor seinem Hotel abzuholen. Endlich komplett ging es auf der M9 in Richtung Stirling und im Anschluss nach Norden zu unserem Ziel der Reise, der wunderschönen Isle of Skye.

Der Hafen von Kyleakin auf der Isle of Skye
Der Hafen von Kyleakin auf der Isle of Skye

Obwohl ich schon zahlreiche Autofahrten in Großbritannien hinter mir hatte, diesmal aber nicht mit dem eigenen PKW sondern mit einem gemieteten  "Rechtslenker" fahren musste, ließ ich es etwas ruhiger angehen und benutzte das Gaspedal nur in gemäßigter Art und Weise. Dazu kam ein immer stärker werdender Nieselregen und ein verstellter Lichtentfernungsregler an unserem Ford, der manches im Dunkeln ließ...
Das war der Grund, warum wir auch erst kurz nach MItternacht an unserem Haus in Kyleakin ankamen. Müde aber glücklich überlebt zu haben, nahmen wir unsere Zimmer in Beschlag und verabredeten uns für den nächsten Tag zum Frühstück in der gemütlichen Küche unseres Hauses. Das Wetter des zweiten Tages fing zum Glück besser an als das des Anreisetages. EIn Regenwolken-blauer-Himmel-Sonne-Mix war genau das, was wir uns für unsere Fotoreise gewünscht hatten. Und so sollte es zum Glück auch bleiben.
Der Tag begann zunächst mit einem gemeinsamen Frühstück, das heißt, eigentlich fuhr ein Teil unserer Gruppe in den nahe gelegenen Supermarkt über die Brücke auf das schottische "Festland", um die nötigen Rohstoffe dafür zu erwerben, während der andere Teil unserer Gruppe den großen Küchentisch mit dem erforderlichen Handwerkszeug austattete.
Nach einem ausgiebigen Mahl und angeregten Gesprächen ging es dann endlich raus in die unendlichen Weiten der schottischen Landschaft.

Eilean Donan Castle - bekannt durch die Highlander-Filme und beliebt bei Touristen aus aller Welt
Eilean Donan Castle - bekannt durch die Highlander-Filme und beliebt bei Touristen aus aller Welt

Unser erstes Ziel war Eilean Donan Castle, an welchem wir am Abend zuvor in völliger Dunkelheit und bei schon erwähntem Nieselregen vorbei gefahren waren. Am Tag parken dort aber leider zahlreiche Autos und Heerscharen von Touristen wimmelten zwischen den Jahrhunderte alten Mauern herum. Nur die Benutzung moderner Bildbearbeitungssoftware ermöglichte hier das Verschwinden eines geschätzten Zehntels der Weltbevölkerung. Auch ein starker Graufilter hätte hier geholfen, nur wären dann die Wolken völlig verschwommen gewesen. Die Sonne meinte es sehr gut mit uns und beleuchtete in kürzeren Abständen die uns zugewandte Fassade der mittelalterlichen Festung.

Nachdem wir aus verschiedenen Positionen das Castle fotografiert hatten, ging es zurück über die Skye-Bridge in Richtung des nördlichen Teils der Insel. Dabei gehörten unter anderem die Old Bridge of Sligachan sowie auch zahlreiche Lochs und die Ruine von Castle Moil in der Bucht von Kyleakin zu unseren Motiven.

Old Bridge of Sligachan, Isle of Skye
Old Bridge of Sligachan

Gerade hier an der Sligachan-Brücke zeigte sich das schottische Wetter von seiner besten Seite. Mussten wir eben noch unsere Objektive und Kameras vor plötzlichem Starkregen schützen, blendete uns Sekunden später gleißendes Sonnenlicht aus einer Wolkenlücke heraus. Solches Licht gibt es nur hier. Dafür haben wir uns auf diese lange, gefährliche Reise begeben. Und auch um fern ab, von zahlreichen Touristen in quietschbunten Outdoor-Jacken, Fotos von diesen romantischen, völlig unbelebten Landschaften zu machen (Ich hoffe, die Grundzüge von Ironie sind dem Leser bekannt...). Na ja, aber im Ernst  -  ohne 5 bis 17 Menschen aus dem Bild heraus zu retuschieren, geht's nicht. Ein paar Touristen in cyan- oder orangefarbenen Jacken stehen immer auf der Brücke herum. Diesen Ort menschenleer anzutreffen, ist am Tag fast unmöglich. Obwohl wir es im Vorbeifahren erlebt hatten, dass niemand drauf stand - aber da war das Licht nicht gut.

Loch Ainort
Loch Ainort
Loch Ainort
Loch Ainort

Castle Moil am Loch Alsh
Castle Moil am Loch Alsh
Loch Alsh
Loch Alsh
Abendstimmung am Castle Moil
Abendstimmung am Castle Moil

Auf jeden Fall waren wir am Ende des ersten Tages zufrieden, so viele schöne Eindrücke erleben und fotografieren zu dürfen. Nach einem kurzen Besuch im Supermarkt und anschließendem Abendessen ging gegen MItternacht unser erster Tag auf der Isle of Skye zu Ende.
Der folgende Tag begann leider mit Sonnenschein und "schönem" Wetter. Wissend, wie schnell sich der Himmel hier verändert und aus irgendeiner Ecke doch noch fotogene, dunkle Regenwolken auftauchen, fuhren wir in Richtung Talisker Bay. Leider ließ uns der Wettergott für einige Stunden im Stich und wir bereuten, keinen Sunblocker mitgenommen zu haben. Wenigstens erkannte mich auf dem Weg zur Talisker Bucht die Katze, die ich im vergangenen Jahr dort an gleicher Stelle ausgiebig gestreichelt hatte. Sie kam auf mich zu gerannt, miaute laut und kuschelte um meine Beine. Etwas ignorant dagegen waren die Schafe, die sich in den seltensten Fällen als Vordergund-Accessoir zur Verfügung stellten. Sowie man sich ihnen näherte, drehten sich sich weg und zeigten einem das Hinterteil.

Sie hat mich wiedererkannt...
Sie hat mich wiedererkannt...
Talisker Bay
Talisker Bay

Talisker Bay
Talisker Bay

Wesentlich kooperativer gestaltete sich die Zusammenarbeit mit den ortsansässigen Kühen. Sie standen einfach in korrekter Haltung in der Landschaft und lächelten freundlich in die Kamera. Wir machten ein paar Erinnerungsfotos und hatten schon unser nächstes Ziel im Auge  - die Fairy Pools. Hier sollen die Feen im Morgengrauen nackt baden. Wenn man sie beobachtet und von ihnen erwischt wird, gibt's gewaltig Ärger. Da wir erst am Nachmittag bei unserer Location eintrafen, war hier nichts zu befürchten. Nach einer längeren Wanderung an den Pools entlang, bei der auch das Wetter wieder besser, also wolkiger und düsterer wurde, konnten alle Teilnehmer der Fotoreise zahlreiche Aufnahmen von verschiedenen Pools machen. Auch wenn keine Feen zu sehen waren, konnten wir doch einige mutige Schotten beim Baden in den Fairy Pools beobachten. Bei 13°C Lufttemperatur und frischem Wind zogen wir den Reißverschluß unserer Jacke etwas höher und gingen in Gedanken frierend zum Parkplatz, wo ich, im Auto angekommen, zügig die Heizung anstellte.

Kühe liegen einfach neben der Straße....
Kühe liegen einfach neben der Straße....
... oder bewachen die Verkehrsschilder.
... oder bewachen die Verkehrsschilder.

Fairy Pools
Fairy Pools

Zu später Stunde stand dann das tägliche, gemeinsame Abendbrot auf dem Plan. Bei Gesprächen über Fotografie, den Sinn des Lebens und die Rettung der Welt verging die Zeit wie im Fluge und wir fielen weit nach MItternacht in unsere Betten.

Für den folgenden Tag hatten wir uns eine Tour zum Quiraing in den Norden der Insel vorgenmommen. Diese atemberaubende Berglandschaft mutet wie die Kulisse aus einem Herr-der-Ringe-Film an - magisch und in den Nebeln der Ferne verschwindend. Einmal von diesem Zauber gefangen, möchte man sich immer wieder an diesen Ort zurück versetzen können. Nur ein gelungenes Foto erleichtert einem die Tatsache der Unmöglichkeit.

Der Quiraing
Der Quiraing
Der Quiraing - einfach magisch.
Der Quiraing - einfach magisch.
Auf Motivsuche im Quiraing
Auf Motivsuche im Quiraing

Da uns ein kalter und starker Wind um die Ohren wehte, wir einige gute Fotos im Kasten hatten und wir außerdem langsam Appetit bekamen, führte unser Weg, im Anschluss an die Wanderung durch den Quiraing, in die mit etwa 3000 Einwohnern größte Stadt der Insel, Portree. Die kleine, malerische Hafenstadt mit ihren farbigen Häusern, lud uns zum Verweilen im Allgemeinen und zum Verspeisen einer großen Portion Fish & Chips im Speziellen ein. Frisch gestärkt ging unsere Tagestour weiter an zahlreichen fotogenen Spots, wie zum Beispiel dem Blick zur Insel Raasay oder der Kirchenruine von Kilchrist.

Insel Raasay
Hinter den sanften Hängen der Isle of Skye, im Nebel verschwindend, die Insel Raasay
Portree - mit etwa 3000 Einwohnern die größte Stadt auf der Isle of Skye
Portree - mit etwa 3000 Einwohnern die größte Stadt auf der Isle of Skye
Church of Kilchrist, Isle of Skye
Church of Kilchrist

Für den Abend des Freitags hatten wir uns dann im Anschluss noch eine Fahrt in das kleine Fischerdorf Elgol auf den Plan gesetzt. Unsere Freude am Fotografieren sollte uns an diesem Tag bis zuletzt erhalten bleiben. Der steinige Strand und die untergehende Sonne bescherten uns zahlreiche wunderschöne Momente. Uns gefiel Elgol so gut, dass es nicht der letzte Besuch gewesen sein sollte.

Elgol
Elgol
Blick von Elgol zu den Black Cuillins
Blick von Elgol zu den Black Cuillins
Strand von Elgol
Strand von Elgol
Motivsuche am Strand von Elgol
Motivsuche am Strand von Elgol

Der Samstag sollte aufgrund des extrem regnerischen Wetters der Bearbeitung unserer bisher aufgenommenen Fotos dienen. Bei gefühlter Windstärke 27 und einer Regenmenge von 1000 Bruttoregistertonnen pro Quadratmikrometer blieben wir in unserem gemütlichen Haus und ließen dank Photoshop rein rechnerisch kleine, bunt bekleidete Touristen von Brücken und aus Landschaften verschwinden. Und mit dem guten Gefühl etwas Sinnvolles vollbracht zu haben, freuten wir uns auf den nächsten Tag. Für den Sonntag hatten wir uns nämlich die Besteigung des Old Man of Storr vorgenommen. Genauer gesagt wollten wir natürlich nicht die spitz zulaufende Basaltsäule erklimmen, sondern die etwas höher gelegene natürliche Plattform, von welcher aus man eine grandiose Aussicht über die gesamte Insel genießen kann. Da ich den Teilnehmern meines Workshops vorher gehörig Angst gemacht hatte... (dieser Aufstieg ist kaum zu schaffen, nur die Besten kommen dort hoch, usw.) bestand ein großer Anreiz für alle, die Plattform zu erreichen. Nach reichlich einer Stunde standen alle Workshop-Teilnehmer auf dem Gipfel und ließen sich den Wind um die Nase wehen. Der ständig wechselnde Sonne-Wolken-Mix bot uns reichlich die Gelegenheit zum Fotografieren und zum Genießen des atemberaubenden Inselpanoramas.

The Old Man of Storr, Isle of Skye, Sebastian Kaps
The Old Man of Storr
The Old Man of Storr
Loch Leathan mit dem Storr im Hintergrund
The Old Man of Storr
Der Storr aus nördlicher Sicht

Die Teilnehmer der Fotoreise nach erfolgreicher Gipfelbesteigung (ca. 650 m) - im Hintergrund der Old Man of Storr
Die Teilnehmer der Fotoreise nach erfolgreicher Gipfelbesteigung (ca. 650 m) - im Hintergrund der Old Man of Storr
Der Old Man als Objekt der Begierde
Der Old Man als Objekt der Begierde
Der Old Man aus einer Perspektive von der Hälfte des Aufstiegs
Der Old Man aus einer Perspektive von der Hälfte des Aufstiegs

Nach dem Abstieg, der noch einmal genauso lang dauerte, stellten wir fest, dass der Tag aber noch nicht zu Ende war. Was lag da näher als quer über die Insel zu fahren und unseren nächsten geplanten Spot zu besuchen. Der vorgelagerte Leuchtturm des Neist Points im westlichsten Teil der Isle of Skye war unser Ziel für den Nachmittag. Leider bot der Himmel diesmal kein außergewöhnliches Spektakel an Licht und Schatten, was uns aber nicht daran hinderte einige Aufnahmen der interessanten Felsformation inklusive Leuchtturm zu machen.

Neist Point Lighthouse
Neist Point Lighthouse
Blick vom Neist Point zu den Äußeren Hebriden
Blick vom Neist Point zu den Äußeren Hebriden

Da der Tag zwar fortgeschritten aber noch nicht am Ende war, wollten wir noch einmal nach Elgol fahren. Also ging es zügig zum Sonnenuntergang in das kleine Fischerdorf, vorbei an kleineren Sehenswürdigkeiten, die wir uns für den letzten Tag, den Montag, vornahmen. Diesmal erwartete uns in Elgol ein düsterer und wolkenverhangener Himmel, der in seiner schrecklichen Finsternis kaum zu überbieten war. Genau das richtige Ambiente also für uns Landschaftsfotografen.

Elgol
Elgol

Wir fotografierten bis zum Einbruch der Dunkelheit und fuhren dann, im traurigen Bewusstseins des nahen Endes (des Workshops) zu unserem gemütlichen Haus in Kyleakin, wo wir einen letzten entspannten Abend bei Wein und schottischem Bier verbrachten. Der letzte Tag sollte uns dann noch zu einigen inseltypischen Motiven führen. Die Schottischen Hochlandrinder hatten es uns im Vorbeifahren schon angetan und wir wollten versuchen, uns ihnen zu nähern und einige Portraits aufzunehmen. Auch nahmen wir ein paar Motive im "Vorübergehen" mit, da das plötzliche Lichtspiel der Sonne und der dunklen Wolken immer wieder zum Anhalten verführte.

Beinn na Caillich, Isle of Skye
Der Beinn na Caillich (rechts) hinter dem Loch Cill Chriosd
Loch Slapin
Loch Slapin


Bla Bheinn
Bla Bheinn

Am Dienstag endete dann unsere gemeinsame Fotoreise, nachdem wir sehr früh in der Nacht aufstehen mussten, um unseren Flug von Edinburgh nach Berlin-Tegel in den Morgenstunden zu erreichen. Mit einer Träne im Auge verabschiedeten wir uns am Flughafen und sagten Günter und Franz bye bye. Mit Judith, Gabi und Jens flog ich nach Deutschland, wo wir nach etwas über zwei Stunden pünktlich landeten.

Mit einer herzlichen Umarmung trennten wir uns von Judith und fuhren über Wanzleben, wo wir uns von Jens verabschiedeten in Richtung Dessau zurück. In Rosslau "lieferte" ich dann Gabi an ihrem Haus ab und beendete die Fotoreise zur Isle of Skye mit meinen fünf fotobegeisterten Teilnehmern, die mir in der achttägigen Reise ans Herz gewachsen waren. Ich hoffe, wir sehen uns demnächst auf einer meiner anderen Touren wieder.