Checkliste für Fotoreisen

Fortsetzung Des Ratgebers


Rapsfeld fotografiert bei einer Fotoreise

5. Fotoreisen für Fortgeschrittene und solche, die es werden wollen

Beeindruckende, ausdrucksstarke Fotos, die den Charme und den Charakter einer Landschaft in ihrer ganzen Pracht wiedergeben können. Perspektiven, die den Betrachter direkt in eine Szenerie hineinversetzen können. Das Spiel mit dem natürlichen Licht, das ein Foto wie ein von der Natur erschaffenes Kunstwerk aussehen lässt. Solche Dinge werden über perfekte Landschaftsfotos gesagt und es ist der Wunsch eines jeden Fotografen, dass ein Betrachter die eigenen Fotos mit solchen oder ähnlichen Worten beschreiben würde. Was Du dafür brauchst, ist weder jahrelange Erfahrung noch das teuerste Equipment, sondern vor allem Begeisterung für die Fotografie.

5.1. Warum sich eine Fotoreise für Fortgeschrittene lohnt

Wer sich schon lange mit der Fotografie beschäftigt, hat sich oft auf ein ganz bestimmtes Gebiet festgelegt. So eine Spezialisierung bringt es mit sich, dass man in anderen Bereichen der Fotografie immer noch etwas lernen kann. Wenn Du also zum Beispiel schon ein sehr guter Porträtfotograf bist, kann Dir eine Fotoreise noch einige Kenntnisse in der Landschaftsfotografie vermitteln. Und auch wenn Du in der Landschaftsfotografie bereits gute Kenntnisse hast, kann es nie schaden, nochmal einen neuen Blickwinkel auf die Materie zu bekommen – man wird ja oft ein wenig betriebsblind, wenn man sich schon sehr gut in einer Sache auskennt. Darüber hinaus ist Landschaftsfotografie nicht gleich Landschaftsfotografie. Ein Foto von einem sonnenüberfluteten Strand mit Felsen in Portugal zu machen stellt Dich als Fotografen vor eine andere Aufgabe als eine Aufnahme der rauen, schroffen Küsten von Wales. Reisen lohnt sich immer und eine Fotoreise bringt Dir auf jeden Fall einen ganzen Strauß neuer, faszinierender Eindrücke, die Dich auch als fortgeschrittenen Fotografen noch weiter werden inspirieren können. Und übrigens ist auch der Austausch mit anderen Fotografen immer eine wertvolle Erfahrung, aus der Du etwas für Dich und Deine Fotografie mitnehmen kannst.

5.2. Warum sich eine Fotoreise für Anfänger lohnt
Es liegt ja eigentlich auf der Hand, dass eine Fotoreise für eher unerfahrene Fotografen die meisten Vorteile mit sich bringt. In Begleitung eines Profis Landschaften mit der Kamera zu erforschen, ist eine einmalige Gelegenheit, um besser zu werden, mal ganz zu schweigen von den tollen Landschaften, die Du auf so einer Reise zu sehen bekommst und die Dir sicher im Gedächtnis bleiben werden. Du wirst dabei erfahren, wie Du das natürliche Licht für Dich arbeiten lassen kannst und wie Du das Einzigartige und Besondere erkennen und in eindrucksvolle Bilder verwandeln kannst. Auch die technischen und die theoretischen Aspekte haben natürlich ihren Platz, sollten auf einer Fotoreise aber nicht im Vordergrund stehen. In dieser Kombination aus fotografischer Praxis und der Möglichkeit, einen echten Profi um Rat zu fragen, liegt die besondere Stärke von Fotoreisen. Während so einer Foto-Exkursion hast Du genug Zeit, um alle Fragen zu stellen, die Du schon immer stellen wolltest und Du kannst eine ganze Menge wertvoller Tipps bekommen und sie sofort anwenden. Es ist im Übrigen nicht nur der Workshopleiter, der Dich mit Deinem Wissen in der Fotografie nach vorne bringen wird. Du bist in einer kleinen Gruppe von Menschen unterwegs, die alle dasselbe Interesse wie Du haben und im Austausch untereinander sind schon viele gute Ideen und Herangehensweisen entstanden. Nicht alle Teilnehmer werden auf dem selben Stand des Wissens über Fotografie sein und genau darin liegt einer der Reize einer Fotoreise. Man kann sich gegenseitig weiterhelfen, Tipps geben, Ideen austauschen und so gemeinsam besser werden. Das macht gerade für Anfänger viel Spaß, denn sie können noch während der Reise erleben, wie ihre Fotografie besser wird.

Fotoreise Ostsee

6. Fotoreisen: Urlaub und Hobby in einem

Die Anlässe, bei denen die meisten Fotos entstehen, sind Familienfeste und Reisen. Du hast also aller Wahrscheinlichkeit nach schon immer fotografiert, wenn Du auf Reisen gewesen bist. Eine Fotoreise hilft Dir dabei, zukünftig statt Urlaubsbildern und Schnappschüssen wahre Kunstwerke zu erstellen. Das heißt aber nicht, dass Du die Schulbank drücken musst und Dich die ganze Zeit über mit Technik und Theorie des Fotografierens beschäftigen musst, ganz im Gegenteil. Gute Fotoreisen zeichnen sich dadurch aus, dass die Wortbestandteile „Foto“ und „Reise“ gleichermaßen betont werden. Oder anders ausgedrückt: Eine Fotoreise ist genauso ein Foto-Workshop wie eine Reise, komplett mit Urlaubsgefühl, neuen Entdeckungen und unvergesslichen Erlebnissen

6.1. Lernen in entspannter Atmosphäre
Es war doch schon zu Schulzeiten so, dass Du die Dinge besser und schneller gelernt hast, die Dich wirklich interessiert haben. Das ist auch einer der Gründe, warum Du auf einer Fotoreise beim Fotografieren besser wird, ohne Dich dafür besonders anstrengen zu müssen. Ebenso wie ein Urlaub soll auch der Umgang mit der Kamera in erster Linie Spaß machen und so wirst Du auf einer Fotoreise viel aktiv fotografieren, Dich mit anderen netten Menschen austauschen und vielleicht sogar Freundschaften knüpfen, viel lachen und Spaß haben und die Kamera auch mal einfach liegenlassen und Dein Reiseziel ganz entspannt und nach Deinem eigenen Geschmack kennenlernen. Es gibt auf einer Fotoreise keinen Stundenplan und keine unbedingt zu erreichenden Lernziele, sondern Du gehst dabei auf eine Reise, in der Du siehst, erlebst und genießt und nebenbei noch etwas lernst.

6.2. Fotografieren lernen ist nicht anstrengend
Brennweiten und Schärfeeinstellungen, Bildbearbeitung und Lichtempfindlichkeit: Viele Menschen glauben, dass Fotografieren lernen vor allem bedeutet, dass man solche Dinge auswendig kennen und aus dem Stegreif beherrschen muss. Das allerdings klingt nicht unbedingt nach einer erholsamen Reise und daher setzt eine Fotoreise auch andere Schwerpunkte. Auf so einer Reise geht es in erster Linie darum, Sehen zu lernen. Sehen, welcher Blickwinkel die interessanteste Bildkomposition hervorbringen wird oder sehen, wie das Licht eine einmalige Stimmung in eine Landschaft zaubern kann. In der Fotografie durchläufst Du einen bewussten Prozess, währenddessen Du ein vor Dir liegendes, dreidimensionales Bild in die zwei Dimensionen eines Fotos transportierst. Das ist der Prozess, den Du lernen wirst und das ist auch der Schritt, den Du gehen musst, um Deine Fotografie zu verbessern und um wirklich eindrucksvolle Fotos zu erschaffen. Das aber ist nicht anstrengend, sondern macht vielmehr eine ganze Menge Spaß. Du entdeckst auf einer Fotoreise atemberaubend schöne Landschaften und lernst dabei, wie Du es schaffst, diese faszinierenden Eindrücke für immer so festzuhalten, wie Du sie gesehen hast. Die richtigen Einstellungen der Kamera und die technischen Aspekte entwickeln sich dabei ganz von allein, dank der Tipps des Veranstaltungsleiters und des Austauschs mit den anderen – und weil Du in Urlaubsstimmung bist und Dir damit alles ein bisschen leichter fällt.

6.3. Eine Fotoreise mit Freunden
Bei einer Fotoreise sollte jeder Teilnehmer den nötigen Freiraum haben, um eigenen Interessen nachzugehen, schließlich ist es ja ein Urlaub. Doch das verbindende Element ist natürlich die Fotografie und die Leidenschaft dafür teilen alle, die bei einer Fotoreise mit dabei sind. Aus diesem gemeinsamen Interesse entstehen schnell Verbindungen. Man vergleicht Bilder, zeigt sich gegenseitig spannende Perspektiven auf ein Motiv, gibt sich Tipps und liefert Ideen. Bald schon, das zeigt die Erfahrung aus vielen vorigen Foto-Exkursionen, drehen sich die Gespräche unter den Teilnehmern aber auch um ganz andere Dinge als um die Fotografie. Das gemeinsame Interesse führt recht häufig dazu, dass bei Fotoreisen Menschen miteinander unterwegs sind, die sich auch auf anderen Ebenen gut verstehen. Und das wiederum macht die Fotoreise nur noch besser, denn mit anderen zusammen die gleichen Ziele zu verfolgen, macht einfach Spaß. Zusammen mit anderen Teilnehmern solltest Du auf jeden Fall die Gelegenheit nutzen, um das Reiseziel auch auf den Ebenen kennenzulernen, die Du mit der Kamera nicht einfangen kannst. Der Besuch einer Veranstaltung, das Gespräch mit den Einheimischen oder ein Exkurs in die typische Küche des Gastlands gehören zu einem Reiseerlebnis einfach mit dazu. Letzten Endes willst Du mit Deiner Fotografie ja Stimmungen und Atmosphäre einfangen und um das richtig gut zu können, solltest Du so viel wie möglich vom Reiseziel aufnehmen. Genau das also, was Du auf jeder anderen Reise auch tun würdest.

Mohnfeld bei einer Fotoreise fotografiert

7. Technik und Ausrüstung für die Fotoreise

Es ist Zeit, Dich in ein Geheimnis einzuweihen: Teure Kameras machen nicht automatisch gute Fotos. Das ist zwar eigentlich gar kein so großes Geheimnis, aber es sollte immer wieder betont werden. Viele, die sich für eine Fotoreise oder für einen Fotoworkshop interessieren, denken nämlich, dass ihre Ausrüstung nicht gut genug wäre, um teilnehmen zu können. Das stimmt so nicht. Besonders für Anfänger muss es wirklich nicht die teuerste Kamera im Laden sein. Viele der Funktionen an teuren Geräten sind mehr oder weniger Spielereien, die man für ein gutes Foto gar nicht unbedingt braucht und eine zu komplizierte Ausstattung kann bei einem Anfänger für unnötige Verwirrung sorgen. Gute Kameras machen gute Bilder, wenn der Fotograf ein gutes Auge hat – das tun aber auch weniger gute Kameras. Für die Teilnahme an einer Fotoreise jedenfalls ist es nicht erforderlich, eine teure Kamera mit extra vielen Funktionen zu besitzen. Der Workshopleiter wird Dir zeigen, wie Du das Beste aus dem Equipment holen kannst, das Dir zur Verfügung steht.

7.1. Technik ist nicht alles aber ohne Technik ist alles nichts
Jeder hat mal klein angefangen und auch die besten Fotografen der Welt haben meist mal klein und mit einer einfachen Kamera angefangen. Was sie dann besser gemacht hat, war ihre Hingabe zur Fotografie und vor allem ihr gutes Auge. Genau das ist es, was Du während eines Fotoworkshops oder auf einer Fotoreise ebenfalls trainierst. Da die Fotografie ja Dein Hobby ist, dem Du auch etwas Zeit widmen möchtest, wirst Du in aller Regel bereits über eine vergleichsweise gute Kamera verfügen, auch wenn es natürlich immer noch teurere gibt. Das ist aber erstmal ausreichend. Mindestens zwei verschiedene Objektive solltest Du besitzen und diese auch mitbringen zur Fotoreise und ebenfalls Deine Filter, falls vorhanden. Darüber hinaus ist ein Stativ wichtig. Dieses sollte so stabil wie möglich sein, denn nur dann kann man sich auch darauf verlassen. Für die Landschaftsfotografie ist ein gutes Stativ sehr wichtig; Dein Workshopleiter wird Dir zeigen, warum das so ist. Außerdem solltest Du natürlich ausreichend Kapazität auf der Speicherkarte haben und Akkus zum Wechseln dabeihaben, aber das muss Dir als ambitionierten Fotografen sicher nicht mehr gesagt werden.

7.2. Ein Laptop ist immer dabei
Man kann eine ganze Menge Aussagen und Meinungen zur Bildbearbeitung finden und das meiste davon kann man als Fotograf gleich wieder vergessen. Es geht gar nicht darum, eine Szenerie zu verändern oder irgendwelche Dinge in ein Bild einzufügen, die gar nicht dagewesen sind. In der Landschaftsfotografie geht es bei der Bildbearbeitung darum, kleine Fehler und Ungenauigkeiten aufzubessern und die Akzente aufzuwerten, die von der Natur ohnehin schon geliefert werden. Umein perfektes Foto zu bekommen, das den Betrachter sofort in seinen Bann  zieht, ist eine Bildbearbeitung unerlässlich und gehört zur Fotografie dazu. Daher nimmt dieses Thema bei einem Fotoworkshop oder auf einer Fotoreise auch immer einen gewissen Raum ein. Bei einer Fotoreise ist meist am Abend oder bei schlechtem Wetter Gelegenheit, um sich mit der Bildbearbeitung zu beschäftigen. Wenn Du einen Laptop mitnehmen kannst, auf dem eine Software für die Bildbearbeitung vorhanden ist, kannst Du diesen gerne mitnehmen, es ist aber nicht zwingend erforderlich. Der Leiter des Workshops wird Dir auf seinem Laptop alles zeigen, was Du bei der Bildbearbeitung beachten musst und wie Du es schaffst, mit ihrer Hilfe Deine Fotos noch ein kleines Stückchen besser zu machen.

7.3. Was gehört sonst noch in den Koffer?
Abgesehen von Deiner fotografischen Ausrüstung gibt es noch ein paar andere Dinge, die sich auf einer Fototour als ausgesprochen nützlich erweisen. Die Rede ist zum Beispiel von guter Kleidung, wobei „gut“ hier „angemessen“ bedeutet. Informiere Dich im Vorfeld über das Wetter und packe entsprechende Kleidung ein, denn Regenwolken sollten einen Fotoworkshop nicht aufhalten. Im Gegenteil, gerade dann, wenn kein perfektes Kaiserwetter herrscht, gelingen oft die spektakulärsten Fotos. Vor allem über das Schuhwerk solltest Du Dir Gedanken machen, denn die besten Fotospots liegen selten direkt an einer großen Straße und haben einen geräumigen Parkplatz. Manchmal muss man ein wenig über Stock und Stein laufen, bis man zu dem Punkt mit der besten Aussicht gelangt. Der Workshopleiter wird die Zielregion Deiner Fotoreise bereits gut kennen und auch wissen, wo die besten Perspektiven zu finden sind und wie man zu diesen gelangt. Du kannst also durchaus im Vorfeld fragen, welche Art von Wegen ihr während der Reise voraussichtlich beschreiten werdet. Kurz gesagt, Du solltest Dich auf den einen oder anderen Fußweg einstellen und alles mitnehmen, was Du sonst auch bei einer Wanderung oder einem längeren Ausflug dabeihaben möchtest.

Fotoreise Kassel
Fotoreise Sächsische Schweiz

8. Fotoreisen in alle Welt

Die Fotografie scheint heute weiter verbreitet zu sein als früher. Wahrscheinlich haben die immer besser werdenden Kameras der Smartphones und die sozialen Netzwerke, in denen meist über Bilder kommuniziert wird, einen Teil dazu beigetragen, dass sich heute generell mehr Menschen für die Fotografie interessieren. Einige möchten dabei über das bloße Sammeln von Likes hinauskommen und an der Kamera besser werden und das wiederum hat bewirkt, dass es inzwischen eine große Bandbreite an Fotoreisen gibt, die Du online finden kannst. Dabei gibt es im wahrsten Sinne des Wortes keine Grenzen: Nah- und Fernziele, traditionelle und exotische Ziele, kalte und warme Gegenden stehen Dir zur freien Auswahl zur Verfügung.

8.1. Auswahl des Ziels für eine Fotoreise
Tolle Landschaften, die Du mit der Kamera festhalten willst, findest Du eigentlich überall. Oft muss man gar nicht weit reisen, um einzigartige Szenerien zu entdecken und sogar in Deiner näheren Umgebung findest Du mit Sicherheit Gegenden, die Dir alltäglich erscheinen, die andere aber als faszinierend empfinden könnten. Aber natürlich ist eine Fotoreise nochmal etwas ganz Besonderes und ein Erlebnis, das Dir möglichst lange in Erinnerung bleiben soll. Daher ist die Auswahl des Reiseziels schon eine wichtige Entscheidung, die Du gut abwägen solltest.

 

8.2. Wohin reist Du gerne?
Das ist eigentlich ein sehr offensichtliches Kriterium, aber es ist wirklich wichtig. Eine Fotoreise ist immer auch ein Urlaub. Du solltest Dich also am Zielort wohlfühlen können und das Ziel sollte Dich interessieren. Wenn Du mit offenen Augen durch die Gegend gehst, bist Du empfänglich für die Vielfalt der Landschaften und für die Stimmungen vor Ort und kannst dadurch ganz besondere Fotos machen. Berglandschaften, Wüsten, Küsten, Großstädte, Naturschutzgebiete oder was auch immer Du magst, es gibt sicher ein passendes Angebot für eine Fotoreise in solche Gebiete.

 

8.3. Die Kosten für die Reise
Noch so ein offensichtlicher Aspekt. So unterschiedlich die Reiseziele für eine Fotoreise sein können, so verschieden sind auch die Kosten, die dafür entstehen. Klar, je weiter ein Ziel entfernt liegt, desto teurer wird die Reise. Rechne auch immer damit, dass Du weitere Ausgaben haben wirst, etwa für Unterkünfte und vielleicht für Transporte, aber auch für die Verpflegung und eventuell für Souvenirs, die Du mitbringen willst. Und noch ein Aspekt gilt es, bei den Kosten zu beachten: Bekommst Du auch etwas für Dein Geld? Ist der Workshopleiter jemand, der Dich mit starken Fotos beeindrucken kann? Handelt es sich um eine kleine Gruppe, bei der der Exkursionsleiter genügend Zeit für alle Teilnehmer haben wird? Und ist Dir eine Reise in dieses oder jenes Zielland das Geld wert?

 

8.4. Finde ein interessantes Ziel
Die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch, dass Du sonst bei der Auswahl eines Urlaubs gerne in Gegenden reist, in denen man mal so richtig abschalten und entspannen kann. Inseln im Mittelmeer, die Küsten von Italien, Griechenland oder Portugal und ähnliche Ziele zählen für die meisten Menschen zu den Favoriten für den Jahresurlaub. Bei vielen dieser Ziele allerdings kann man bei Fotos auf den ersten Blick kaum erkennen, auf welcher Insel sie denn nun entstanden sind. Und weil eine gewisse Einzigartigkeit einem Landschaftsfoto oft erst seine Faszination verleihen kann, gibt es vielleicht noch andere Ziele, die sich besser eignen. Auf Fotos sehen oft die Reiseziele am besten aus, die gerade noch nicht so sehr im touristischen Fokus stehen, die also noch viel von ihrer natürlichen Schönheit haben bewahren können. Und natürlich wirken auf den Betrachter solche Landschaften interessanter, die man noch nicht allzu oft gesehen hat. Exotisch heißt aber nicht immer automatisch auch besser. Auch nahegelegene Reiseziele, die auf den ersten Blick vielleicht weniger spektakulär erscheinen, haben viele Reize, die Deine Bilder zum Strahlen bringen werden. Tatsächlich bieten sich Küstengebiete oft für gute Fotos an, weil Du dort viele Kombinationen aus den Elementen Land, Natur, Wasser und Himmel wirst fotografieren können.

 

8.5. Wie ist das Wetter?
Auch diese Frage ist bei der Auswahl eines Reiseziels ja immer bedeutsam, bei einer Fotoreise allerdings vielleicht in einem anderen Sinn als bei Deinem normalen Urlaub. Denn tatsächlich bietet ein strahlend blauer Himmel zwar schönes Licht für Fotos, aber nichts, woran sich das Auge des Betrachters festhalten kann. Wolken wirken immer interessanter, weil sie auch in so vielen verschiedenen Kombinationen vorkommen können. Dunkle Wolken bei einem aufziehenden Sturm oder dünne Wolken, durch die einige Sonnenstrahlen durchdringen, können einem Foto das gewisse Etwas verleihen, das es zu einem ganz besonderen Kunstwerk werden lässt. Optimal ist es, wenn Du in einem Gebiet unterwegs bist, in dem Du im Verlauf der Fotoreise verschiedene Arten von Wetter erleben kannst. Dein Portfolio wird dadurch vielseitiger und Du kannst Dein Reiseziel mit vielen verschiedenen Stimmungen zeigen. Gute Voraussetzungen für solche Aufnahmen findest Du zum Beispiel in der Bretagne oder an den sehenswerten Küsten von Schottland, Wales und England. Auch die Färöer-Inseln sind in vielerlei Hinsicht faszinierend, denn zum einen ist das ein Reiseziel, das noch kaum jemand kennt und zum anderen bietet dieses spannende Reiseland unglaublich schöne Landschaften und eindrucksvolle Wolkenformationen über der Küste.

Fotoreise Färöer mit dem deutschen Landschaftsfotografen Sebastian Kaps

9. Vorbereitungen für die Tour

Wenn man die Koffer für einen Urlaub packt, kann man schon mal etwas vergessen. Das ist bestimmt jedem schonmal passiert und meistens ist das ja auch nicht so schlimm, weil man am Zielort noch Sachen kaufen kann oder weil es eben auch mal ohne den vergessenen Gegenstand geht. Bei einer Fotortour gilt generell dasselbe. Allerdings solltest Du möglichst die Kamera nicht vergessen, denn das würde den Effekt eines solchen Fotoworkshops in der Ferne doch merklich verringern. Deswegen beginnt und endet die Vorbereitung einer Fotoreise immer mit dem Check der Fotoausrüstung.

 

9.1. Die Kamera und alles, was dazugehört
Die Kamera also musst Du einpacken und auch alles, was Du an Zubehör für die Kamera hast. Nimm Deine Wechselobjektive ebenso mit wie die Kameratasche. Auch die Ladekabel für Kamerakkus sowie für das Handy musst Du mitnehmen, ebenso das Stativ, eventuell noch eine zusätzliche Speicherkarte und auf jeden Fall einen Ersatz-Akku sowie das Ladegerät für die Akkus – auf einer Fotoreise wird viel fotografiert und es wäre doch sehr ärgerlich, wenn Du irgendwann nicht mehr mitmachen kannst. Denke bitte daran, dass Du in manchen Ländern einen Adapter (Großbritannien) brauchst, um Deine Geräte an die Steckdose anschließen zu können. Sollte das der Fall sein, macht es angesichts der technischen Ausrüstung oft Sinn, gleich mehrere zu beschaffen. Falls Du auf Deinem Laptop ein Programm für die Bildbearbeitung installiert hast, nimm auch dieses Gerät mit. Darüber hinaus ist es auch sehr sinnvoll, die Bedienungsanleitung Deiner Kamera mit einzupacken und sie vor dem Beginn der Fotoreise noch einmal durchzulesen.

Winter-Aufnahme mit Vollforamtsensor, Nikon D850, Fotoreise
Aufnahme mit einem Vollformatsensor (Nikon D850)- so ein Bild bekommst Du mit einem Handy nicht hin!

9.2. Vorbereitung auf den Zielort
Heute sind wir es ja vielfach gewöhnt, dass man ohne echte Grenzen von einem Land zum anderen wechseln kann und dass man sich auch über andere Währungen und Wechselkurse keine Gedanken machen muss. Bei vielen attraktiven Zielen für Fotoreisen ist das anders, zum Beispiel bei Großbritannien oder den Färöer-Inseln. Schau also auf jeden Fall im Vorfeld nach, was Du für die Einreise brauchst. In manchen Ländern ist sogar ein Visum erforderlich. Das ist zwar selten und nur bei wirklich ungewöhnlichen Zielorten der Fall, aber ein gültiger Reisepass ist auf jeden Fall gefragt.
Wenn Deine Reise Dich in ganz weit entfernte Gefilde verschlägt, hilft ein Blick auf die Webseiten des Auswärtigen Amts, um auch etwas über möglicherweise nötigen Impfschutz zu erfahren. Was das Bezahlen vor Ort angeht, so bist Du in den meisten Fällen mit der EC-Karte oder der Kreditkarte ausreichend versorgt, etwas Bargeld kann man am Automaten abheben. Mache Dich darüber hinaus gerade bei Zielorten, die Du noch nicht kennst, mit den kulturellen Besonderheiten vor Ort vertraut. Das Fotografieren von Personen oder das Aufnehmen oder Betreten bestimmter Gebäude werden in manchen Ländern nicht gern gesehen. Es kann nicht schaden, vor Antritt der Fotoreise einen allgemeinen Reiseführer zum Zielland zu lesen. Oft findet man dort auch noch Inspirationen für tolle Fotos. Zudem bekommst Du in solchen Reiseführern einen guten Eindruck von der Mentalität und den Besonderheiten in Deinem Reiseland und das sind Elemente, die Du in Deinen Fotos von der Reise vielleicht mit einfließen lassen kannst. Abgesehen von allen fotografischen Aspekten soll natürlich auch das Urlaubserlebnis auf Deiner Fotoreise nicht zu kurz kommen, daher lohnt es sich ohnehin, mehr über das Zielland zu erfahren.

9.3. Wetter und Klima vor Ort
Gerade bei einer Fotoreise ist das Wetter ein wichtiger Faktor und das nicht nur zur Beantwortung der Frage, ob Du Sonnenmilch oder eine Regenjacke einpacken solltest. Das Wetter ist für gute Fotos oft ein ganz entscheidender Faktor und so kann es erforderlich sein, dass Du gerade dann bei einer Fotoreise die besten Bilder machst, wenn schwere, dunkle Wolken am Himmel sind. In dieser Hinsicht unterscheidet sich eine Fotoreise von Deinen normalen Urlaubsreisen. Bedenke auch, dass Du viel Zeit im Freien verbringen wirst. Das hat nicht nur Auswirkungen auf Deine Kleidung, sondern auch auf Deine Kamera. Diese sollte immer wetterfest verpackt und geschützt sein. Ein Blick auf die Wettervorhersagen auf den einschlägigen Webseiten wird Dir einen Eindruck davon verschaffen, was Dich wettermäßig erwartet. Denke daran, dass es auch in sonnenverwöhnten Urlaubsländern hin und wieder Regenzeiten geben kann.

9.4. Dein Workshopleiter ist auch Dein Reiseleiter
Wenn Du Dir die richtige Fotoreise ausgesucht hast, dann kennt sich der Profi, der die Tour leitet, in dem Zielland bereits sehr gut aus, weil er selbst schon oft dort war und Recherchen und Vorbereitungen angestellt hat. Außerdem ist er offen für Fragen der Teilnehmer. Wenn Du also in der Vorbereitung auf Deine Fotoreise auf eine spezifische Frage stößt, die Du nicht ohne Weiteres beantworten kannst, dann ruf den Veranstalter an und frage ihn. Erfahrene Profi-Fotografen, die schon viele Fotoworkshops in der Fremde geleitet haben, sind sicher jeder möglichen Frage und jeder möglichen Herausforderung schon einmal begegnet und können Dir wertvolle Tipps geben.

9.5. Kamera oder Smartphone - das sollte nicht die Frage sein!

Zwischendurch noch eine interessante Infografik über den sich verändernden Kameramarkt. Da die Smartphones immer leistungsfähiger werden, haben die Hersteller von Fotoapparaten mehr und mehr Probleme, ihre Produkte zu verkaufen. Man kann schon generell sagen, dass man billigere Kameras eigentlich nicht mehr braucht, da Smartphones heute mit einem beeindruckenden Leistungsspektrum aufwarten. Trotzdem können sie bei aller Qualität noch keine hochwertigen Spiegelreflexkameras ersetzen. Wie sich das in den komenden Jahren noch entwickeln wird, vermag ich heute nicht zu sagen. Auf jeden Fall ist der Mensch hinter der Kamera nicht zu ersetzen. Bei allem technischen Fortschritt machst am Ende DU das Foto!

Infografik: Zerstören Smartphones den Kamera-Markt? | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista